Im September standen die 2 letzten Rennen der BWIC-Saison 2025 auf dem Programm. Zuerst ging es nach Niedernhall auf eine 23 km Strecke, bevor Ende September das Saisonfinale, der Halbmarathon in Ulm anstand. Beide Rennen bestritten jeweils Clara und Jens Kohler, Johannes Walter und Silke Ziemiecki.
Niedernhall 14. September:
Das Viererteam startete am Morgen im strömenden Regen Richtung Niedernhall, doch bis zum Nachmittag sollte es trocken sein. Am Ende herrschten angenehme Spätsommertemperaturen mit Sonnenschein, allerdings war es sehr windig. Die Strecke war bis auf wenige Stellen gegen Ende in Waldrandnähe aber abgetrocknet.
Clara und Jens Kohler starteten ambitioniert, um vorne im Feld mit dabei zu sein. Leider verzettelte sich Jens am Anfang mit seiner flatternden Startnummer, die ihn störte, er versuchte das während dem Skaten zu richten und verpasste dadurch den Anschluss an die Spitze. Was ihn rückblickend natürlich selbst am meisten wurmte. Aber Clara konnte sich vorne in der Spitzengruppe halten und kam am Ende sogar vier Minuten vor Bianca Sattig ins Ziel. Mit dieser tollen Leistung sicherte sie sich ihren ersten Sieg im Massenstart in einem Langstreckenrennen im BWIC! Zudem gewann sie damit natürlich auch ihre Altersklasse.
Johannes Walter fand in der zweiten Saisonhälfte erfreulicherweise wieder besser zurück zu seiner Form, nach dem ein Sturz in Schaffhausen ihn etwas ausgebremst hatte. Er kam nur 1 Minute nach Jens ins Ziel, was für ihn ein tolles Ergebnis ist, zudem konnte Johannes sich über den 3. Platz in der AK 60 in der Tageswertung freuen, was mit einem kleinen Präsent gewürdigt wurde.
Silke konnte auf der ersten Streckenhälfte in einer Gruppe mitfahren was wertvoll war, da diese Richtung Gegenwind herrschte. Allerdings war das Gruppentempo ein wenig über ihrem Limit, so dass Silke nach der 180°-Wende abreißen lassen musste. Den Rückweg absolvierte sie teilweise alleine und phasenweise zusammen mit einem anderen alleine fahrenden Skater. Im Tagesrennen erreichte Silke zudem in ihrer Altersklasse den 2. Platz und in der Frauen Wertung den 12. Platz.
Ulm 28. September:
Aufgrund des frühen Starts des Halbmarathons am Morgen reiste das Speedteam Freiburg bereits am Vortag an. Clara Kohler kam direkt vom Löwen-Cup-Rennen in Großbettlingen am Vortag angereist. Insgesamt gingen über 300 Skater/innen an den Start, so viele wie lange nicht mehr nach dem Corona-Knick in BaWü.
Das 21-km-Rennen an der Donau startete bei kühlen 10 Grad im Nieselnebel unter teils rutschigen Bedingungen, die fast schon für Regenrollen sprachen. Eine 180-Grad-Kurve wurde Clara und Jens Kohler dann auch zum Verhängnis, beide mussten ins Gras ausweichen, ihre Windschatten-Gruppe war weg, doch nicht lange: Als Familiencoach half Jens mit letzter Kraft Clara zurück an die Gruppe zu fahren, gab ihr noch ein Signal zum getimeten "Angriff" mit, und die 16-jährige Mit-Favoritin setzte es in einem gewaltigen Sprint beeindruckend in die Tat um. Am Ende überquerte sie noch vor ihrer direkten Konkurrentin aus Bernhausen nach rund 42 min. die Ziellinie. Vor ihr kamen nur Ex-Weltmeisterin Tina Lauer von Turbine Halle und Sarah Puffer vom Skate-Club Allgäu ins Ziel. Dieser willensstarke Einsatz von Clara wurde zusätzlich mit dem Sieg in ihrer AK im Tagesrennen belohnt.
Johannes Walter konnte seine Aufwärtstendenz in Ulm erneut bestätigen. Er lief bei den rutschigen Verhältnissen ein Rennen auf der sicheren Seite und hielt sich bewusst aus heiklen Situationen raus. Am Ende kam er nur 20 Sekunden nach Jens, der durch den Sturz in der Kurve Zeit verlor, ins Ziel. Auch in Ulm landete Johannes in der Tageswertung in seiner AK auf dem 3. Platz.
Silke war froh über ihre Mischwahl aus Regen- und Trockenrollen. Dank dieser und einer ähnlichen Taktik wie Johannes kam auch Silke gut ins Ziel. Das Rennen verlief bei ihr fast identisch zu Niedernhall: Sie startete mit einer Gruppe und im Rennverlauf wurde sie zur Solo-Skaterin, was sie aufgrund der vielen feuchten Kurven in der zweiten Hälfte der Strecke eher als angenehm empfand als diese im unberechenbareren Pulk bestreiten zu müssen. Auch ihr gelang in der Tages-AK der 3. Platz.
Die Ehrungen der Tages- und BWIC-Gesamtwertungen fanden auch dieses Mal am Ulmer Münsterplatz mit viel "Lauf-"Publikum statt, längst war der feuchte Nebel weg, und die Sieger/innen überstrahlten die zaghafte Sonne auf der Bühne: Clara konnte fast dauerhaft oben auf der Bühne bleiben, zuerst wurde Sie für den 3. Platz des Halbmarathons geehrt. Im Anschluss konnte sie den großen goldenen Pokal für den Gesamtsieg bei den Damen im BWIC in Empfang nehmen. Erfreulicherweise gab es hier erstmalig einen Freiburger-Doppelsieg, denn Silke Ziemiecki schaffte nach einer für sie persönlich schwierigen Saison dank Konstanz und Durchhaltevermögen den 2. Platz. Die Leistungen von Clara sind aufgrund einer intensiven Saison mit Vierfachbelastung der Teilnahmen am Löwen-Cup (Kinder- und Jugendwertungen) und am BWIC (Jugend- und Erwachsenenwertungen) sowie DMs und Europacups nicht hoch genug einzuschätzen! Sie hat das beeindruckend bewältigt.
Beide Damen sicherten sich zudem auch jeweils den Sieg ihrer AK in der BWIC-Gesamtwertung. Bei den Herren konnten in den AK-Wertungen am Ende auch diese Freiburger unter die ersten drei skaten: In der AK40 kam Lars Rahmelow-Junker dank reger Teilnahmen in der ersten Saisonhälfte auf den 2. Platz. Jens Kohler erkämpfte sich trotz spätem Einstieg in die Wettkampfsaison nach Oberschenkelbruch am Ende noch den 3. Platz in der immer stark besetzten AK50 sowie Gesamtplatz 7. In der AK60, die der Besetzung der AK50 in nichts nachsteht, konnte sich auch Johannes Walter am Ende über den 3. Platz freuen, insgesamt Platz 9.
Schließlich trug Clara mit ihren vielen Punkten auch wesentlich zum Vizemeistertitel des BWIC-Mixed-Teams aus Freiburg bei, und Silke rettete diesen am Schluss durch ihren Einsatz, denn die Herren mussten diese Saison verletzungsbedingt viele Federn lassen. Alle die spontan eingesprungen sind, wie Dietmar Späth und Wolfgang Schuler, einmal dabei auch Sascha Kessler, oder am Ende bei mehr Rennen gestartet sind als gedacht wie Lars und Jens, haben geholfen das Team trotzdem gut zu vertreten und viel Freude bei den Straßenrennen zu haben. Silke freute sich besonders in den letzten zwei Rennen noch Punkte für die Teamwertung beisteuern zu können, da sie die nötige vierte war, um die maximale Punkteausbeute pro Rennen für das Team zu erhalten. Vielstarter Johannes Walter absolvierte die meisten Rennen des FT-Teams (6 von 7 im BWIC!).
Wer hätte nach der kaum zu fassenden Unglücksserie der Freiburger in diesem Jahr gedacht, die Saison noch auf dem 2. Platz im Land vor Bernhausen zu beenden. Verdient gewonnen hat das Team vom SSC Heilbronn.
Nach dem glücklichen Ende dieser wohl vorerst letzten Saison eines klassischen Erwachsenenteams soll es nächstes Jahr vielfältig weitergehen (nicht nur im BWIC) mit einem primär von der Jugend geprägten Future-Team (F. T. Freiburg + Friends).
Text: Jens Kohler / Silke Ziemiecki; Bilder: Johannes Walter, Silke Ziemiecki, J. Lutz, S. Johann