Nach über zwei Jahren intensiver Bauzeit wurde am 24. Juli der neue FT-Sportpark in der Burdahalle feierlich eröffnet. Das innovative Großprojekt der Freiburger Turnerschaft von 1844 (FT) setzt neue Maßstäbe für den Vereinssport in Freiburg und wurde im Rahmen eines Festakts mit über 200 geladenen Gästen offiziell eingeweiht.
Im April 2023 begann die Umsetzung des sogenannten „Zukunftskonzepts“, einer umfassenden Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahme mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro. Die Stadt Freiburg steuerte neun Millionen Euro bei, während der Badische Sportbund das Projekt mit zwei Millionen Euro förderte. Gundolf Fleischer, Präsident des Badischen Sportbunds, lobte das Projekt als „Schmuckstück erster Güte“ und betonte seine Vorbildfunktion für den gesamten Sport in Baden-Württemberg: „Mit diesem Leuchtturmprojekt wird gezeigt, wie Vereine sich modern aufstellen können.“
Das Zukunftskonzept basiert auf einer langjährigen Planung: Bereits 2012 starteten die Verantwortlichen der FT mit einer Bedarfsanalyse. Ziel war es, die zukünftige Entwicklung der Sportarten sowie die Auswirkungen auf die vorhandenen Sportstätten zu analysieren. Dabei wurde deutlich, dass eine reine Sanierung nicht ausreichen würde, um die Sportstätten zukunftsfähig zu machen. Stattdessen entschied man sich für einen ganzheitlichen Ansatz: eine komplette Betrachtung des FT-Sportparks. „Dieses Projekt ist weit mehr als eine bauliche Veränderung“, erklärt FT-Präsident Klaus Müller. „Das Zukunftsprojekt hat den hohen Sanierungsstau erheblich reduziert, die Sportflächen im Innen- und Außenbereich funktional verbessert und die FT zukunftsfähig gemacht“, ergänzt er. Neue Flächen zu schaffen, möglichst ohne viel unbebaute Flächen zu verlieren und ein Gesamtbild zu entwickeln, das die Identität des Vereins widerspiegelt und den Sport in den Gebäuden sichtbar macht, war das erklärte Ziel des Projekts. Ganz bewusst hat sich der Verein dafür entschieden, bei den Bestandshallen darauf zu achten, so viel Substanz wie möglich zu erhalten.
Nicht immer waren die Architekten und Fachplaner glücklich mit dieser Entscheidung. Bauen im Bestand ist eine große nicht nur logistischen Herausforderung. „Gerne“, so erklärte die für den Bau verantwortliche Architektin Danika Magin vom Architekturbüro Dörr, „hätten wir alles einfach abgerissen.“ Doch alle haben am Konzept festgehalten – und es hat sich am Ende ausgezahlt, fügt sie hinzu. Eine zentrale bauliche Veränderung ist der entstandene Riegel entlang der Burda- und Schauenberghalle. Der zweistöckige Riegel ersetzt das alte Burdahallenfoyer sowie die Geschäftsstelle und saniert gleichzeitig die Stirnfassaden der Burda-, ehemaligen Tischtennis- und Schauenberghalle – was zu einem harmonischen Erscheinungsbild führt und gleichzeitig die Fassaden saniert. Mit dem zweistöckigen Riegel wurde eine Lösung gefunden, die wenig Fläche beansprucht, aber durch deren Bauweise viel Raum geschaffen wurde. So konnte beispielsweise das vereinseigene Fitnessstudio erheblich vergrößert werden und sich dadurch inhaltlich weiterentwickeln.
„Wir planten weniger einzelne Sportarten als Flächenkonzepte“, erklärt Peter Gerspach, Geschäftsführer. Zum Beispiel ist der wiederhergestellte Tennisplatz so gestaltet, dass er als multifunktionale Fläche dient – nun RACKETzone genannt –, auf der Trendsportarten wie Pickleball – was derzeit im Verein stark boomt- gespielt werden kann, aber eben auch Tennis. „Viele Räume sind flexibel nutzbar; falls sich Bedürfnisse ändern oder neue Trends entstehen“, fügt er hinzu.
Die Umsetzung des Zukunftskonzepts war nicht ohne Hürden: Die Flüchtlingskrise führte dazu, dass die Stadthalle als temporäre Ausweichhalle nicht genutzt werden konnte. Daher baute der Verein parallel zur Planung des Zukunftskonzept eine neue Halle, die Act-Now-Halle – eine Herausforderung, die gemeinsam mit der Stadt Freiburg gemeistert wurde. Während der Corona-Pandemie blieb das Projekt trotz aller Unsicherheiten auf Kurs – unterstützt durch starke Partner wie den Badischen Sportbund und die Stadt Freiburg. Oberbürgermeister Martin Horn hob hervor, dass der Gemeinderat und die Stadtverwaltung den Verein und das Projekt gerne unterstützt haben. „Das ist ein Herzensprojekt für Freiburg“, so Horn weiter. Sportbürgermeister Stefan Breiter betonte zudem: „Dieses Projekt ist essenziell für die Gesamtentwicklung der Sportachse Ost.“
Neben den sportlichen Aspekten legt die FT großen Wert auf gesellschaftliche Offenheit: Das Angebot soll auch Nichtmitgliedern zugänglich sein. So können viele neu geschaffene Bereiche wie die RACKETzone oder die TURNbox kostenpflichtig von allen genutzt werden; andere Zonen wie die ATHLTICzone mit Calisthenics-Anlagen sowie Sensomotorik-Geräten oder die SKILLzone sind kostenfrei allen zugänglich. „Mit diesem Projekt setzen wir ein Zeichen für nachhaltigen Vereinssport, gesellschaftliche Verantwortung und Innovation“, fasst Vorstandsvorsitzender Detlef Frankenberger zusammen. Der neue FT-Sportpark ist somit nicht nur ein Ort des Sports, sondern auch ein Symbol für Gemeinschaft und Zukunftsfähigkeit. Klaus Müller, Präsident der FT, zeigte sich stolz: „Wir sind gut gerüstet für die Herausforderungen der kommenden Jahre und können mit dem neuen Sportpark noch mehr Menschen für den Sport begeistern.“