Bewegung ist ein zentraler Schlüssel für Gesundheit und Wohlbefinden – doch allgemeine Trainingsempfehlungen greifen nicht für alle Menschen gleichermaßen. Gendersensible Ansätze in der Bewegungsförderung berücksichtigen geschlechtsspezifische biologische Unterschiede und ermöglichen dadurch eine passgenauere Trainings- und Gesundheitsförderung. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem weiblichen Zyklus und den damit verbundenen hormonellen Schwankungen, die Leistungsfähigkeit, Regeneration und Wohlbefinden beeinflussen können. Mit dem Projekt „Female Health – der weibliche Zyklus im Trainingsalltag“ greift die FT dieses Thema gezielt auf und überführt wissenschaftliche Erkenntnisse in die Trainingsarbeit.
Gesundheitsförderung und Bewegung Gesundheitsförderung und Prävention verfolgen das Ziel, Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen dabei zu unterstützen, ihre Gesundheit zu erhalten, zu stärken und aktiv mitzugestalten. Dabei geht es nicht allein um die Vermeidung von Krankheit, sondern um die Schaf-fung von Bedingungen, die ein gesundheitsförderliches Verhalten im Alltag ermöglichen und erleichtern. Körperliche Aktivität nimmt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle ein: Sie wirkt präventiv gegen zahlreiche chronische Erkrankungen, stärkt die psychische Gesundheit und trägt wesentlich zu Lebensqualität und Wohlbefinden bei.
Bewegungsempfehlungen als OrientierungsrahmenInternationale Empfehlungen, wie die der Weltgesundheitsorganisation WHO, formulieren dabei wichtige allgemeine Orientierungswerte für Umfang und Intensität körperlicher Aktivität. Die Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung in Deutschland (Rütten & Pfeifer, 2016 bzw. beim BMG) lehnen sich an die WHO-Empfehlung an und lauten: - Mindestens 150 bis 300 Minuten moderat-intensive körperliche Ausdaueraktivität pro Woche (alternativ: mindestens 75-150 Minuten hohe Intensität) sowie - mindestens 2 Einheiten Krafttraining.Für Kinder/Jugendliche sowie ältere Menschen und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen gelten leicht angepasste Empfehlungen.
Zugleich zeigen Forschung und Praxis, dass die Umsetzung dieser Empfehlungen stark von individuellen, sozialen und strukturellen Faktoren abhängt. Gesundheitsförderung im Bereich Bewegung muss daher über allgemeine Empfehlungen hinausgehen und unterschiedliche Voraussetzungen, Bedürfnisse und Lebensrealitäten berücksichtigen.
Differenzierte und zielgruppenspezifische Ansätze in der Bewegungsförderung gewinnen deshalb an Bedeutung. Ein zentrales Querschnittsthema ist die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer biologischer Unterschiede.
Gendersensible Ansätze in der BewegungsförderungGendersensible Ansätze in der Bewegungsförderung berücksichtigen, dass sich Menschen unterschiedlicher Geschlechter in ihren Voraussetzungen unterscheiden. Dabei spielen biologische Unterschiede, insbesondere hormonelle Voraussetzungen eine Rolle. Diese Unter-schiede können Einfluss auf Leistung, Motivation und Körperwahrnehmung sowie auf die gesundheitlichen Effekte von Bewegung haben.
Ein besonderer Schwerpunkt vieler aktueller gendersensibler Konzepte liegt dabei auf der weiblichen Physiologie. Insbesondere für Frauen spielen zyklusbedingte Veränderungen eine wichtige Rolle für die Gestaltung von körperlicher Aktivität und Training. Frauen erleben während ihres Lebens hormonelle Veränderungen wie den Menstruationszyklus, Schwangerschaft und die Wechseljahre, die sich auf die Leistungsfähigkeit auswirken können. Ein gut strukturiertes und individuell angepasstes Trainingsprogramm kann diese Veränderungen berücksichtigen, indem Trainingsinhalte und -intensitäten verschieden gestaltet und an die jeweiligen Zyklusphasen der Frauen angepasst werden.
Ziel ist es nicht, starre Vorgaben zu machen, sondern die Körperwahrnehmung zu stärken und Training bedarfsgerecht zu steuern. Außerdem sollen solche Ansätze die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit langfristig fördern, gesundheitliche Ressourcen stärken und zugleich Selbstwirksamkeit, Körperakzeptanz und Lebensqualität unterstützen. Damit leisten gendersensible Bewegungsangebote einen wichtigen Beitrag zu einer wirksamen, gerechten und nachhaltigen Gesundheitsförderung.
Sowohl im Leistungssport wie auch im Breitensport und Fitnessbereich ist es sinnvoll, den weiblichen Zyklus im Training und in der Ernährung zu berücksichtigen. Dadurch können Überlastungen und Verletzungen reduziert sowie Wohlbefinden und langfristige Gesundheit von Frauen unterstützt werden.
Vor diesem Hintergrund hat die FT das Projekt „Female Health – der weibliche Zyklus im Trainingsalltag“ ins Leben gerufen.
Projekt „Female Health“ an der FT – gendersensibles Training mit Fokus auf den weiblichen ZyklusMit Unterstützung von Frances Weber, einer der Gründerinnen der ersten Online-Akademie im deutschsprachigen Raum, die sich auf zyklusbasiertes Training und Ernährung spezialisiert hat, wurde das Projekt konzipiert.
Frances Weber schreibt im FIT 2-2024: „Frauen, die mit ihrer Physiologie arbeiten, statt gegen sie, profitieren nicht nur von einer besseren Leistungsfähigkeit, sondern auch von einer verbesserten Gesundheit. Es [zyklusbasiertes Training] trägt dazu bei, eine bessere Verbindung zum eigenen Körper zu entwickeln, Menstruationsbeschwerden zu lindern, Überlastungen zu vermeiden und die Hormongesundheit zu fördern.“
Acht FT-Trainer:innen haben sich intensiv in dieses Themenfeld eingearbeitet. Sie sind inzwischen zertifizierte Female Health Coaches und in der Lage, die weibliche Physiologie, insbesondere den weiblichen Zyklus, gezielt in Coaching und Trainingsprozesse zu integrieren. Die Weiterbildung umfasste unter anderem medizinisches Grundlagenwissen, zyklusbasierte Trainingsempfehlungen, den Umgang mit Beschwerden und Zyklusstörungen, empathisches Coaching sowie eine ganzheitliche Gesundheitsbetreuung.
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