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Herbert Fein

Herbert Fein: Ein Leben für den Sport und die Gemeinschaft 

Herbert Fein ist 79 Jahre alt und seit Anfang der 70er in der Freiburger Turnerschaft von 1844 e.V. (FT) aktiv. Für ihn ist Sport nicht nur eine Leidenschaft; er betrachtet ihn als Lebenselixier und Quelle zahlreicher Freundschaften und unvergesslicher Erinnerungen.

Obwohl sein Akzent charmant auf seine Wurzeln südlich des Weißwurstäquators hinweist, lebt er seit 1969 in Freiburg und hat nie ernsthaft darüber nachgedacht, in seine bayerische Heimat zurückzukehren. Freiburg ist für ihn, seine Frau und die beiden Töchter zur zweiten Heimat geworden. Sein damaliger Arbeitgeber, die Bundeswehr, versetzte ihn 1969 von Ingolstadt nach Bremgarten – eine kleine Herausforderung für die junge Familie.
Der Eröffnung des Hallenbades im Jahr 1971 ist es zu verdanken, dass Herbert Fein zur FT fand. Im Hallenbad fand die Familie Fein nicht nur einen Ort zum Schwimmen, sondern auch den Zugang zur FT. Während die Töchter ihre ersten Schwimmzüge bei Peter Lovas machten, entdeckte Herbert durch einen damaligen Sportfreund den Breitensport. Dieser brachte Herbert in die Samstagsgruppe von Walter Lehmann, die er 1980 – nach Abschluss seines Verwaltungsstudiums – übernahm und bis 2015 leitete. 2016 wurde aus dieser Sportgruppe dann die Freitagsgruppe „Fitnessgymnastik“. 1975 erwarb er bei der Bundeswehr an der Sportschule der BW die damals höchste Übungsleiterlizenz des Deutschen Sportbundes. Der ADAC Südbaden vereinbarte 1976 mit der FT eine Kooperation zur Durchführung eines leistungsspezifischen intensiven Konditions- und Athletiktrainings seiner aktiven Motorsportler. Diese Aufgabe wurde Herbert anvertraut. Im Grunde war das die Geburtsstunde des „intensiven Konditionstrainings“ am Mittwochabend, das es bis heute noch gibt und das für die Teilnehmer – ausschließlich Männer – ein fester Bestandteil im Terminkalender ist. „Zwei Stunden Leistungstraining“ lautet die Devise von Herbert, die sich wie ein roter Faden durch seine Trainingseinheiten zieht: „Da müssen alle durch!“ Die Altersspanne der Mittwochsgruppe ist groß; zwischen 40 und 80 Jahren sind die Teilnehmer. „Die Altersspanne ist jedoch kein Problem“, so Herbert. Neben dem Training von Ausdauer, Kraft, Flexibilität und Beweglichkeit ist natürlich auch der Spaß im und nach dem Sport.

Herbert Fein fand den Weg in die FT in einer Zeit, in der es immens wichtig war, solche Menschen im Verein zu haben. Als er 1972 in die FT eintrat, hatte dieser knapp über 3000 Mitglieder, und die Strukturen sowie auch die finanziellen Mittel waren nicht mit denen von heute vergleichbar. Die „Muckibude“, die offiziell Kraftraum hieß und bis zur Öffnung des Gesundheits- und Fitnessstudios 2004 sich in den Räumlichkeiten im Untergeschoss der Burdahalle befand, wurde von den Gruppen von Herbert Fein eingerichtet. Eingerichtet bedeutet dabei, dass zunächst ein Tank ausgebaut werden musste und die Räume nutzbar gemacht wurden. „Walter Hasper, der damals Geschäftsführer war, hat uns freie Hand gelassen; so haben wir in unzähligen Stunden den Kraftraum eingerichtet“, erzählt Herbert. Da sich in seinen Gruppen Handwerker und Statiker befanden, konnte dieses Projekt mit kleinen Mitteln organisiert werden; große Mittel gab es damals nicht. 
So war es auch nicht ungewöhnlich, dass sich Ende der 70er Jahre auch die Breitensportgruppen zu Aktionen zusammenfanden. Mit dem damaligen Hausmeister wurden jährlich an mehreren Samstagen die Außenanlagen in Schuss gebracht. Dieser neue Kraftraum und die Außenanlagen wurden nunmehr von allen Gruppen intensiv genutzt. Von 1984 bis 1989 war der Höhepunkt der Trainertätigkeit von Herbert Fein erreicht: Er wurde als Konditions- und Athletiktrainer der ersten Mannschaft des damaligen Eishockeyclubs ERC/EHC Freiburg engagiert. EHC und die FT hatten eine vertragliche Vereinbarung getroffen, das Sommertraining auf dem Gelände der FT durchzuführen. Auch die Spitzenläufer der Rollsportabteilung von Michael Obrecht wurden von Herbert Fein bis Anfang der 90er Jahre trainiert.

„Es ist unglaublich, wie sich die FT im Laufe der Jahre verändert hat“, sagt Herbert Fein – nicht mit Wehmut, sondern mit Stolz. „Die FT ist ein großartiger Verein, der sich stets weiterentwickelt“, fügte er hinzu – und er hat seinen Anteil daran. Er war lange Jahre Mitglied im Bauausschuss, bestehend aus sachkundigen Mitgliedern,  Mitgliedern des Vorstandes und des Hauptamtes. Die Sanierung des Hallenbades und des Olympiahauses waren die ersten Projekte, an denen Herbert Fein mitwirkte. Der diplomierte Verwaltungswirt arbeitete bis zu seiner Pensionierung auf dem Baurechtsamt. Die Act-Now-Halle war das letzte Projekt, bei dem er seine Expertise einbrachte. Herbert ist zudem seit Jahrzehnten Delegierter sowie einziger Prüfer und Abnahmeberechtigter für das Deutsche Sportabzeichen in der FT.  Und, denkt er ans Aufhören? „Solange die Gesundheit es zulässt und ich Spaß habe, mache ich weiter”, erklärt Herbert.

Ein Verein wie die FT wird durch seine Mitglieder geprägt; es sind Menschen wie Herbert Fein die einen Verein einzigartig machen. 

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