Jörg Jordan: Piratenmütze und unerschütterliche Gelassenheit
Es scheint, als könnte den Mann mit der Piratenmütze und der Volleyballbräune nichts aus der Ruhe bringen und als hätte er Zeit satt. Begegnet man ihm im FT-Sportpark und im Sommer ist er da häufig anzutreffen – entweder auf dem Weg zu den Beachplätzen oder bei eben diesen – dann wird aus einem kurzen Hallo gerne mal ein längerer Plausch. Jörg Jordan hat immer was zu erzählen, hat gefühlt immer Zeit und strahlt eine entspannte Ruhe aus. Seit über 20 Jahren steht der 51-Jährige in Verantwortung in der Volleyballabteilung – jahrelang als Abteilungsleiter und Kassenwart, seit kurzem nur noch als Kassenwart.
„Der Anfang war wild“, so beschreibt Jörg Jordan seinen Start als Abteilungsleiter in der Volleyballabteilung. „Der komplette Volleyballvorstand hatte sich gerade aufgelöst, die erste Mannschaft wäre fast in die dritte Liga abgestiegen und die finanzielle Situation war angespannt – und das ist fast eine positive Umschreibung der desolaten Situation“, erzählt Jordan. Trotz dieser Herausforderungen zögerte er nicht, Verantwortung zu übernehmen: „Irgendjemand muss es ja machen“, erklärt er. Gemeinsam mit Oli Kneisel und Flo Schneider und der wohlwollenden Hife des damaligen Geschäftsführers Walter Hasper gelang es ihnen das Ruder herumzureißen. „Das lag am positiven Willen aller Beteiligten und daran, dass diese ihre jeweiligen Fähigkeiten eingebracht haben“, erzählt Jordan. „Ich war damals auch schon in der IT Selbstständig und somit zeitlich und auch örtlich flexibel, das ging dann gut”, erklärt der diplomierte Mikrosystemtechniker. „Zudem habe ich mich als Selbstständiger mit Controlling und Qualitätsmanagement eh schon befasst. Das konnte ich gut einbringen”, erklärt Jordan. Seit über 20 Jahren bringt er sich mittlerweile ein. In der Zeit ist die Volleyballabteilung gewachsen und sie ist sportlich erfolgreich und finanziell in ruhigen Gewässern. Mit ein großer Verdienst von Jörg Jordan, der einfach gerne macht und sich einbringt. Vorstandssitzungen mag er dennoch nicht so richtig, „Ich mag einfach keine Termine. Wöchentlich da hin zu müssen, das macht mir fast schon körperliche Schmerzen, sagt er lachend. „Ich bin halt Programmierer und beim Programmieren zerlegt man das Problem in seine Grundelemente und arbeitet dann strukturiert dran”. So löst Jörg Jordan Probleme: Strukturiert und effizient. Seine Problemlösungsstrategie zeigt sich auch darin, dass er bei Bedarf eigene Programme schreibt oder Websites baut, um Arbeitsprozesse zu erleichtern – etwa für die Kassenführung oder die Organisation der Beachvolleyballfelder. Dinge, die er gerne an seinen - wie er sie nennt - Kreativtagen macht, die dafür da sind, Dinge auszuprobieren. An zwei Tagen in der Woche arbeitet er für seinen Kunden.
So strukturiert Jörg Jordan aber auch ist – wenn im Winter Schnee fällt, da vergisst fast alles. Früher war er leidenschaftlicher Abfahrtsläufer. „Mit drei Jahren stand ich schon auf Skiern“, erzählt er. Heute bevorzugt er das Langlaufen: „Besser für ältere Menschen. Da kann man die Kräfte besser einteilen,“ fügt er lachend hinzu.
Und, wenn er das alles nicht macht, dann ist er im Familienurlaub beim Wandern wie jüngst auf dem Camino Primitivo oder natürlich im Langlauf-Urlaub oder auf Schneeschuhen unterwegs, und ab und zu findet man ihn auch beim baden im FT-Hallenbad. „Als Schwimmen möchte ich das nicht bezeichnet”, erklärt Jordan. Es scheint, als hätte Jörg Jordan doch nicht so viel Zeit - seine Tage sind gut gefüllt - aber er nutzt die Zeit klug und entspannt.