Ulrike Berger: Eine Macherin mit Sinn für die Gemeinschaft
Zwei Bälle greift sich Ulrike. Einen nimmt sie in die rechte Hand, den anderen in die linke. Gleichzeitig wirft sie die Bälle senkrecht hoch, überkreuzt die Arme und fängt die Bälle. Nun wirft sie die Bälle wieder hoch und fängt sie parallel auf – und wieder von vorne … Ulrike Berger ist Life-Kinetik-Trainerin und bietet „Gehirntraining durch Bewegung“ an. Man sieht ihr den Spaß, den Gehirntraining macht, an. „Beim Gehirntraining werden durch vielfältige Übungen zahlreiche neue Verbindungen zwischen den Gehirnzellen gebildet, um die Leistungsfähigkeit im Alltag zu steigern“, erklärt Ulrike. „Das Gehirn wird quasi spielend vernetzt“, fügt sie lachend hinzu.
Ulrike Berger ist Übungsleiterin, Mitglied und Delegierte. Ein Tinnitus hat sie vor über 15 Jahren zur FT gebracht. Der heute 57-Jährigen wurde damals in der Reha geraten, Sport zu treiben. Sport hilft gegen Tinnitus. In Bewegung war Ulrike immer. Sie lief und fuhr Fahrrad, aber Sport im Verein kannte sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Nach einigem Ausprobieren landete sie in der „Gymnastik und Spiel“-Gruppe bei Beper (Bernhard Person), der sie bis heute treu geblieben ist. „Der Spaß an der Bewegung und die Geselligkeit stehen hier an erster Stelle“, erklärt Ulrike, die ab und an auch einspringt, wenn Beper nicht kann, und sich um die „Kuchenliste“ kümmert, die dafür sorgt, dass nach möglichst jeder Trainingsstunde Kuchen für den Kaffeeklatsch danach parat steht.Neben ihrer Montags- und Donnerstagsgruppe findet man Ulrike auch ab und an im Gesundheits- und Fitnessstudio. Dieser Ort ist auch der Grund dafür, dass es in der FT „Gehirntraining durch Bewegung“ gibt. Beim Quatschen mit der Studioleitung Birgit Schmitt kam heraus, dass Ulrike Life-Kinetik-Trainerin ist; so kam es, dass Ulrike für die Studiomitglieder ein „Special“ angeboten hat, das mittlerweile ins normale Kursprogramm aufgenommen wurde und freitags – nicht ganz regelmäßig – aber 1-2-mal monatlich angeboten wird.
Ulrike ist eine Macherin, die anpackt, wo es nötig ist. Als der Verein 2009 die Rollkunstlauf-Weltmeisterschaft ausrichtete, half sie selbstverständlich als Volunteer und chauffierte Sportlerinnen und Sportler zur Wettkampfstrecke sowie in den Schwarzwald, um den israelischen Läuferinnen und Läufern den ersten Schnee des Jahres zu zeigen. Sie packt an, wo es nötig ist, und überwindet Barrieren.
Die studierte Biologin und Pädagogin ist seit drei Jahren Geschäftsführerin der Cochlea-Implantat-Gesellschaft. Barrieren überwinden ist somit ihr Beruf und ihre Berufung. Als Geschäftsführerin der Cochlea-Implantat-Gesellschaft setzt sie sich leidenschaftlich für die Belange von Cochlea-Implantat-Träger:innen ein. Sie selbst ist taub, trägt seit 16 Jahren ein Cochlea-Implantat und kennt somit die Bedürfnisse und Herausforderungen von Menschen mit Hörschädigungen nur zu gut. Ihr großes Anliegen ist es, das Bewusstsein für diese Belange in der Gesellschaft zu schärfen. Generell ist es ihr wichtig, Barrieren abzubauen und ein inklusives Umfeld zu schaffen, von dem alle profitieren können. Dabei weiß sie genau, dass nicht immer alles realisiert werden kann; ihr geht es um das Machbare. Eine Hörschleife – wie es sie in der Act-Now-Halle im Foyer gibt – ist für sie eine Notwendigkeit ebenso wie ein barrierefreier Zugang zu den Sportstätten; dieser ist für motorisch gehandicapte Personen ebenso notwendig wie für Senioren, sehbeeinträchtigte Personen oder Eltern mit Kinderwagen.
Menschen wie Ulrike sind für einen Verein eine große Bereicherung. Sie bringt ihre berufliche Expertise ein und gibt dem Verein Tipps für Barrierefreiheit und Inklusion; sie engagiert sich für die Belange der Mitglieder als Delegierte und bringt als Übungsleiterin Spaß in die Sporthalle. Mit Freude packt sie an, wo es notwendig ist – stets motiviert von dem Ziel, eine inklusive Gemeinschaft zu schaffen, von der alle profitieren können.