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Wende im Duell zweier Playoff-Anwärter: Die FT 1844 kommt gegen die Netzhoppers glanzvoll zurück

Die Volleyballer der FT 1844 Freiburg legen gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen ein grandioses Comeback hin und gewinnen das Bundesliga-Heimspiel nach 0:2-Satzrückstand noch mit 3:2 (25:27, 21:25, 25:18, 25:22, 15:10). Für Brendan Mills, den herausragenden Freiburger Angreifer am Freitagabend, war der unerschütterliche Glaube des gesamten Teams auch nach zwei verlorenen Sätzen ausschlaggebend. FT-Trainer sah die wiedergewonnene Stabilität in den Elementen Block, Feldabwehr und Annahme als Erfolgsfaktor. Und KW-Diagonalangreifer Lovis Homberger, der bis zu seinem 16. Lebensjahr bei der FT 1844 Volleyball spielte, räumte ein: „Wir haben etwas den roten Faden verloren. In den letzten drei Sätzen haben die Freiburger ihr Spiel besser umgesetzt. Sie waren konsequenter und haben stark abgewehrt.“

Die Chronologie eines packenden Schlagabtauschs vor 1420 Zuschauern in der Freiburger Act-Now-Halle:

Satz eins: 

Freiburg startet mit der Erfolgsformation der beiden zurückliegenden Erfolge gegen Haching München (3:0) und Mitteldeutschland (3:1): Zuspieler Fabian Hosch und Diagonalangreifer Brendan Mills werden über Außen durch Yannick Harms und Luc Hartmann unterstützt. Das Mitte-Gespann bilden Fredrik Frisch und Karl-Lennart Klehm, als Libero besetzt Timothy McIntosh die Chefrolle in Abwehr und Annahme.

Im ersten Satz schaukelt sich die Partie ausgeglichen in die Crunchtime. Kein Kontrahent kann sich mal mit mehr als zwei Punkten absetzen. Die Gäste aus Brandenburg können immer mal wieder im Aufschlag durch Gerken, Möller und natürlich Timmermann Akzente setzen. Mit guten Aufschlägen von Lorenz Rudolf holt sich Freiburg nach 21:23-Rückstand noch den ersten Satzball, den Timmermann eindrucksvoll gegen einen Dreierblock abwehrt. Den zweiten Freiburger Satzball verschlägt Brendan Mills, der bis dahin acht von neun Angriffen erfolgreich abgeschlossen hatte. Für die Entscheidung sorgt dann Lovis Homberger: Erst schlägt der KW-Diagonale ein Ass, dann verwandelt er einen Danke-Ball aus dem Hinterfeld zum Satzgewinn für die Gäste (27:25).

Satz zwei: 

Bei der FT kommt nun Charles Figy (zunächst für Frisch, später für Klehm) aufs Feld, beim Stand von 10:14 ersetzt Anton Jung auf Außen Hartmann. Die Mitte bei KW ist nun äußerst präsent. Vor allem Caleb Lipscomb ist im Angriff kaum zu bremsen, obendrein arbeitet er im Block sehr vorausschauend. Freiburg läuft durchweg einem kleinen Punkte-Rückstand hinterher. Bei 17:18 schien erstmal wieder der Ausgleich möglich, doch Figy scheitert im Block an Möller. Nach erfolgloser FT-Challenge, einem Timmermann-Block gegen Mills und einem verschlagenen Freiburger Pipe-Angriff steht es auch Sicht der Gastgeber plötzlich 17:21. Der Satz ist nicht mehr zu retten. Beim zweiten KW-Satzball prallt der Ball vom Freiburger Block an die Antenne – 21:25 aus Sicht der Affenbande.

Satz drei:

Zu Beginn des dritten Abschnitts ändern sich die Vorzeichen: Plötzlich schließt Freiburg geduldig seine Angriffe ab, die Netzhoppers wirken hingegen etwas überhastet und fehleranfällig. Bei 10:4 für Freiburg lässt der bis dahin kaum zu stoppende Lipscomb einen Schnellangriff liegen. Einzig Theo Timmermann ist eine beständige Größe. Der Außenangreifer punktet mit seinem schnellen Armzug auch aus schlechten Situationen. Ein Missverständnis in der KW-Abwehr sorgt für das 18:12 für Freiburg, ein kurzes Aufbäumen der Gäste (18:14) kontern die Freiburger aber eindrucksvoll. Ein Block gegen den eingewechselten Linus Engelmann zum 21:14 bedeutet die Vorentscheidung. Anton Jung nutzt den zweiten Freiburger Satzball über einen Staffelangriff zum 25:18.

Satz vier:

Plötzlich leistet sich auch der bis dahin souverän agierende Theo Timmermann Eigenfehler. Bis zum 4:1 für Freiburg waren es gleich deren drei. Doch mit Assen von Lipscomb und Gerken zum 5:6 sind die Brandenburger schnell wieder im Spiel. Beim Stand von 8:11 sieht sich der Freiburger Coach Jakob Schönhagen zu einer Auszeit gezwungen. Mit Blocks von Klehm (10:11) und Figy (14:14) pirscht sich die Affenbande wieder heran. Als Homberger aus dem Hinterfeld einen Ball ins Aus setzt, wechselt die Führung an die FT (19:18). Jetzt ist das Publikum voll da, auch Schönhagen macht sein Team in einer Auszeit nochmal richtig heiß. Bis zum 22:22 ist das Duell völlig ausgeglichen. Dann kommt der große Moment von Anton Jung: ein Ball die Linie herunter zum 23:22, ein Ableger in die gegnerische Feldmitte zum 24:22 und ein Block gegen Homberger zum 25:22. 

Satz fünf:

Der Tiebreak beginnt mit dem zweiten Aufschlag-Übertritt von Timmermann. Klehm vollendet einen Mittelangriff zum 3:1, ein Ass von Mills bringt erstmals eine Drei-Punkte-Führung für die FT (6:3). Bis zum 9:8 können die Netzhoppers den Entscheidungsdurchgang offenhalten, dann sorgt ein Break von Figy per Block gegen Möller zum 12:9 für den ersten Genickschlag. Ein gepritschter Ball von Jung, der seinen Angriff eigentlich abbrechen muss, bringt das 13:9, Olferts Angriff an die Antenne ermöglicht der FT den ersten Matchball. Den zweiten nutzt der an diesem Tag punktbeste Spieler: Brendan Mills klopft den Ball zum 15:10 schräg ins Feld. Ausgiebig zelebrieren die Freiburger im Anschluss mit ihren Dschungelbanden-Fans den 3:2-Erfolg. 

Der fünfte Sieg aus den vergangenen sechs Partien bringt Freiburg den Playoffs (Top Acht) einen weiteren Schritt näher. Mit nunmehr 30 Punkten (11 Siege in 19 Spielen) haben die FTler die Netzhoppers (7 Siege in 17 Spielen) um fünf Zähler distanziert. Am nächsten Wochenende wartet auf die Freiburger ein Auswärts-Doppelpack in der Hauptstadt: Am Samstag, 31. Januar, gastieren sie um 18 Uhr in der Max-Schmeling-Halle beim deutschen Meister Recycling Volleys Berlin. Einen Tag später (Sonntag, 1. Februar, 16 Uhr) sind sie im Sportforum beim Nachwuchsteam VCO Berlin zu Gast. 

(Foto: Frederik Kerscher)

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